Trockene AMD behandeln.

Trockene AMD behandeln: die Behandlungsmöglichkeiten im wissenschaftlichen Überblick

Diese Seite trägt den quellenbasierten wissenschaftlichen Erkenntnisstand zur Behandlung der altersbedingten Makuladegeneration (AMD) zusammen, über das gesamte Feld hinweg, von etablierten Therapien bis zu neuen, in Studien untersuchten Verfahren. Ziel ist eine sachliche, belegte Orientierung für Betroffene, Angehörige und Fachpublikum.

Direkte Antwort Ja, die AMD ist behandelbar, aber je nach Form und Stadium unterschiedlich. Die feuchte AMD wird mit Anti-VEGF-Spritzen behandelt, die das Sehen meist stabilisieren. Für die fortgeschrittene trockene AMD (geografische Atrophie) gibt es seit 2023 Komplement-Inhibitoren, die den Verlauf verlangsamen. Für die frühe und mittlere trockene AMD gibt es keine zugelassene medikamentöse Therapie, hier sind AREDS2-Nahrungsergänzung und Risikokontrolle etabliert, und mit der Photobiomodulation wird ein neuer, in Studien vielversprechender Ansatz zum Erhalt der Sehfunktion untersucht.

Der Überblick reicht von der Anti-VEGF-Therapie der feuchten AMD über die Komplement-Inhibitoren und die AREDS2-Nahrungsergänzung bis zu neuen Ansätzen wie der Photobiomodulation. Jede wesentliche Aussage ist mit Fachliteratur belegt. Zuletzt aktualisiert: Juli 2026.

Schematischer Vergleich anhand eines Amsler-Gitters: links normales Sehen mit geraden Linien, rechts das Sehen bei AMD mit verzerrten Linien und einem grauen Fleck in der Mitte.
Bei der AMD ist zuerst das zentrale Sehen betroffen: Linien erscheinen verzerrt, in der Mitte entsteht ein grauer Fleck. Das seitliche Sehen bleibt lange erhalten.

Behandlungsmöglichkeiten bei AMD im Überblick

Welche Behandlung infrage kommt, hängt von der Form (trocken oder feucht) und vom Stadium ab. Die folgende Übersicht ordnet die Ansätze ein, jeweils mit Quellen.

Behandlungsansätze bei AMD nach Form und Stadium (mit Belegen).
Form / StadiumAnsatz WirkungStatusQuellen
Feuchte (neovaskuläre) AMD Anti-VEGF-Injektionen (Ranibizumab, Aflibercept, Faricimab) Sehschärfe stabilisieren, oft verbessern etabliert, zugelassen AAO, Boopathiraj & Stewart 2024
Fortgeschrittene trockene AMD (geografische Atrophie) Komplement-Inhibitoren (Pegcetacoplan, Avacincaptad) verlangsamen das Atrophie-Wachstum, kein Sehschärfe-Gewinn in den USA zugelassen (2023), in der EU zurückhaltend Patel 2023 (GATHER1), Lai 2024
Früh- bis mittelgradige trockene AMD AREDS2-Nahrungsergänzung, Risiko- und Lebensstilkontrolle senkt das Progressionsrisiko, kein Sehschärfe-Gewinn etabliert AREDS2 (NEI)
Früh- bis mittelgradige trockene AMD Photobiomodulation (Lichttherapie, u. a. Valeda, MACULIGHT) Signal für Erhalt der Sehschärfe und seltenere neue Atrophie, vielversprechend Valeda FDA-autorisiert (2024) und CE, MACULIGHT in Studie LIGHTSITE III (Boyer 2024), Rassi 2024, Chen 2025
Experimentell / in Erprobung Gentherapie, Stammzell- bzw. RPE-Ersatz, Optogenetik Schutz oder Wiederherstellung von Netzhautfunktion klinische Studien Ciszewski 2025

Auffällig ist die Lücke bei der früh- und mittelgradigen trockenen AMD: Hier gibt es bisher keine zugelassene medikamentöse Therapie, die den Verlauf aufhält, nur AREDS2 und Beobachtung. Genau diese Lücke adressiert die Photobiomodulation. Sie ist vielversprechend und regulatorisch anerkannt, aber noch kein bewiesener Standard.

AMD in Zahlen

Einige zentrale Kennzahlen zur AMD und zur Photobiomodulation, jeweils mit Quelle im selben Satz.

Zahlen und Fakten zur AMD (mit Belegen).
KennzahlWertQuelle
Anteil trockene AMD an allen AMD-Fällenca. 85 bis 90 %Schuster 2024
Diagnostizierte trockene AMD in Deutschland≈ 644.000Schuster 2024
Menschen mit AMD weltweit (2020 / 2040)≈ 196 Mio. / 288 Mio.Wong 2014
Zugelassene Medikamente für frühe/mittlere trockene AMDkeineLai 2024
Photobiomodulation, gepoolter Sehschärfe-Effekt+1,76 Buchstaben (95%-KI 0,04–3,48)Rassi 2024
Erstes FDA-autorisiertes PBM-Gerät (Valeda)November 2024FDA

Schwerpunkt dieser Seite: die Photobiomodulation

Die Seite deckt das gesamte Behandlungsfeld ab, geht aber bei der Photobiomodulation besonders in die Tiefe. Der Grund: Sie ist der erste gerätebasierte Ansatz, der gezielt die Versorgungslücke bei der frühen und mittleren trockenen AMD adressiert, ihre Evidenz ist neu und wächst rasch, und viele Fragen sind noch offen. Wir ordnen sie deshalb besonders sorgfältig ein, positiv, wo die Studien es hergeben, und ehrlich zu den Grenzen.

Wichtige Begriffe kurz erklärt

Trockene AMD
Häufigste Form der AMD mit langsamem Untergang von Netzhautzellen und Drusen, Spätstadium ist die geografische Atrophie.
Feuchte AMD
Neovaskuläre Form mit krankhaften Gefäßneubildungen, schreitet schneller voran, wird mit Anti-VEGF-Injektionen behandelt.
Geografische Atrophie
Fortgeschrittenes Stadium der trockenen AMD mit scharf begrenzten Arealen abgestorbener Netzhaut.
Drusen
Ablagerungen zwischen retinalem Pigmentepithel und Bruch-Membran, ein typisches Frühzeichen der AMD.
Photobiomodulation (PBM)
Nicht-invasive Lichttherapie mit rotem bis nahinfrarotem Licht, die die Stoffwechselaktivität der Netzhautzellen anregt.
AREDS2
Nährstoffkombination, die das Fortschreitensrisiko der AMD senkt, bestehende Schäden aber nicht umkehrt.

Fragen von Betroffenen aus dem Alltag

Viele Fragen rund um die trockene AMD betreffen den Alltag: Wie entwickelt sich mein Sehen, was kann ich selbst tun, welche Erfahrungen gibt es mit der Photobiomodulation? Antworten und Erfahrungsberichte finden Sie gebündelt auf der Seite Erfahrungen & FAQ. Häufig gestellt werden etwa:

Die Themen im Überblick

Wie diese Seite arbeitet

Dieser Überblick ist quellenbasiert: Jede wesentliche Aussage ist mit peer-reviewter Fachliteratur, Studienregistern, Leitlinien oder behördlichen Dokumenten belegt, die direkt verlinkt sind. Kontroverse Punkte werden ausdrücklich benannt, etwa die noch offene abschließende Wirksamkeit der Photobiomodulation oder die unterschiedliche Bewertung durch die US-Behörde FDA und die deutschen Fachgesellschaften. Die Inhalte werden regelmäßig aktualisiert (zuletzt Juli 2026), die Quellenbasis umfasst derzeit 105 wissenschaftliche Belege. Diese Seite verkauft nichts und ersetzt keine ärztliche Beratung.

Hinweis: Diese Website dient der Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Angaben zum möglichen Nutzen der Photobiomodulation beziehen sich auf die in Studien untersuchten Ziele und sind, besonders für die Heimtherapie MACULIGHT (ein Prüfprodukt), noch nicht abschließend bewiesen.

Häufige Fragen

Kann man AMD behandeln?

Ja, abhängig von Form und Stadium. Die feuchte AMD wird mit Anti-VEGF-Injektionen behandelt. Für die fortgeschrittene trockene AMD (geografische Atrophie) gibt es seit 2023 Komplement-Inhibitoren, die den Verlauf verlangsamen. Für die frühe und mittlere trockene AMD sind AREDS2-Nahrungsergänzung und Risikokontrolle etabliert, und mit der Photobiomodulation wird ein neuer, vielversprechender Ansatz untersucht.

Welche Behandlung gibt es bei trockener AMD?

Im Frühstadium: Beobachtung, AREDS2-Nahrungsergänzung und Lebensstilmaßnahmen. Bei fortgeschrittener geografischer Atrophie: Komplement-Inhibitoren (in den USA zugelassen). Als neues Verfahren wird die Photobiomodulation (Lichttherapie) erforscht, deren Praxisgerät Valeda in den USA FDA-autorisiert und in Europa CE-zertifiziert ist.

Kann man Makuladegeneration aufhalten oder stoppen?

Vollständig aufhalten lässt sich die AMD nach heutigem Stand nicht, der Verlauf lässt sich aber beeinflussen. Bei intermediärer AMD senkt die AREDS2-Nahrungsergänzung das Fortschreitensrisiko über fünf Jahre um etwa 25 %, Rauchstopp und Risikokontrolle helfen zusätzlich. Bei der geografischen Atrophie verlangsamen Komplement-Inhibitoren (USA) das Wachstum, und die Photobiomodulation wird mit dem Ziel untersucht, die Sehfunktion zu erhalten.

Was ist der Unterschied zwischen trockener und feuchter AMD?

Rund 85 bis 90 % der Fälle sind die trockene Form mit langsamem Zelluntergang, Drusen und der geografischen Atrophie als Spätstadium. Etwa 10 bis 15 % sind die feuchte Form mit krankhaften Gefäßneubildungen, sie schreitet schneller voran, ist aber mit Anti-VEGF-Spritzen gut behandelbar.

Gibt es neue Medikamente gegen trockene AMD?

Für die geografische Atrophie (Spätstadium) wurden 2023 in den USA zwei Komplement-Inhibitoren zugelassen (Pegcetacoplan, Avacincaptad), die das Läsionswachstum verlangsamen, die Sehschärfe aber nicht verbessern, in der EU sind sie nicht zugelassen. Für die frühe und mittlere trockene AMD gibt es kein zugelassenes Medikament, hier werden neue Verfahren wie die Photobiomodulation erforscht.

Was kann man selbst gegen AMD tun?

Nicht rauchen, auf Blutdruck und eine gesunde, gemüsereiche Ernährung achten, UV-Schutz tragen und bei intermediärer AMD nach augenärztlicher Rücksprache AREDS2-Präparate einnehmen. Regelmäßige augenärztliche Kontrollen und der Amsler-Test zur Selbstkontrolle helfen, Veränderungen früh zu erkennen. Diese Maßnahmen ersetzen keine ärztliche Behandlung.

Wird trockene AMD immer schlimmer?

Die trockene AMD verläuft meist langsam über Jahre, aber nicht bei allen gleich schnell. Viele Betroffene behalten lange ein brauchbares Sehen, andere entwickeln eine geografische Atrophie mit Verlust des zentralen Sehens. Gerade dieser langsame Verlauf schafft ein Zeitfenster, in dem der Erhalt der Sehfunktion im Vordergrund steht.

Was kostet die Behandlung der trockenen AMD?

Die Photobiomodulation ist in Deutschland derzeit eine Selbstzahlerleistung, für das Praxisgerät Valeda etwa 1.000 € pro Auge und Zyklus, mit weiteren ärztlichen Kosten grob 6.000 bis 12.000 € pro Jahr. Die Teilnahme an der MACULIGHT-Studie ist kostenfrei. Eine Aufschlüsselung finden Sie auf der Seite Kosten.

Worum geht es auf dieser Seite?

Diese Seite trägt den quellenbasierten wissenschaftlichen Erkenntnisstand zur Behandlung der AMD zusammen, über das gesamte Feld hinweg, und geht besonders in die Tiefe bei der Photobiomodulation, weil dort die neueste Evidenz und die meisten offenen Fragen liegen.

Zuletzt aktualisiert: 2026-07-09